
(Gerade bei Print-on-Demand – aus der Praxis, nicht aus dem Märchenbuch)
Nach dem Lesen dieses Artikels wirst du wissen, wie du die typischen Etsy-Fettnäpfchen umgehst – und warum „einfach mal hochladen und abkassieren“ nicht funktioniert. Du bekommst keine Theorie, sondern Klartext aus Erfahrung. Ohne Bullshit. Let’s go.
1. Einfach drauflos designen – ohne Marktrecherche
„Wenn es mir gefällt, gefällt es sicher auch anderen.“
Nope. So funktioniert Etsy nicht.
Ich hab’s selbst probiert: Designs aus dem Bauch heraus erstellt, hochgeladen, gewartet… nix passiert. Warum? Weil niemand danach sucht. Wenn du nicht weißt, was die Leute kaufen wollen, produzierst du hübschen Datenmüll. Also: Erst suchen, was läuft – dann kreativ werden. Nutze Etsy, Everbee, eRank, oder einfach die Etsy-Suchvorschläge. Immer.
2. Zu denken, Etsy wäre passiv und schnell verdientes Geld
Spoiler: Ist es nicht.
Ja, irgendwann kann’s passiv laufen – aber nur, wenn du vorher ordentlich ranklotzt. Ich hab fast ein Jahr gebraucht, bis regelmäßig was reinkam. Vorher war’s Arbeit. Und Trial & Error. Wenn du „schnell reich ohne Aufwand“ suchst – Etsy ist nicht dein Ding.
3. KI-Mockups verwenden
Klar, die sehen cool aus. Aber Etsy mag sie nicht.
Mockups mit echten Menschen performen besser – und es gibt richtig gute Bundles mit realistischen Fotos, die du kommerziell nutzen darfst. Und hier kommt der Geheimtipp:
Etsy selbst bietet richtig starke Mockup-Bundles an, oft von Fotograf:innen mit Erfahrung im POD-Bereich. Einfach mal „Mockup Bundle T-Shirt“ oder „Sweatshirt Mockup real people“ suchen – einmal investieren, dauerhaft professionell auftreten.
4. Preise zu niedrig ansetzen
„Ich will erst mal Bewertungen kriegen…“ – und machst 30 Cent Gewinn? Nicht dein Ernst.
Dein Shirt sollte dir mindestens 5 € Gewinn bringen, ein Sweatshirt eher 7 € oder mehr. Etsy nimmt Gebühren. Druckanbieter wollen ihren Anteil. Und du willst auch nicht für lau arbeiten, oder? Günstig ist okay – aber nicht auf deine Kosten.
5. Designs 1:1 nachmachen
Sich von anderen Shops inspirieren zu lassen, ist völlig okay. Machen wir alle.
Aber: Designs 1:1 zu kopieren ist ein No-Go.
Etsy sperrt deinen Shop schneller, als du denkst – ganz ohne Vorwarnung.
Also: Inspiration ja – aber bitte anpassen, verändern, deinen Stil reinbringen. Und selbst dann: Immer checken, ob dein Motiv oder Spruch markenrechtlich geschützt ist. Auch im Titel oder in den Tags keine geschützten Begriffe verwenden (gerade bei bekannten Slogans, Marken oder Trendwörtern).
Hier prüfst du das schnell und kostenlos:
🔍 Deutschland:
→ DPMAregister – Deutsches Patent- und Markenamt
🔍 USA:
→ TESS – Trademark Electronic Search System (USPTO)
Wenn du dort was findest: Finger weg.
Und ja, auch ein cooler Spruch auf Instagram kann längst markenrechtlich geschützt sein. Always double-check.
6. Zu viele Bild-Designs – statt schlichter Bestseller
Bunte, komplexe Designs wirken „mehr“. Aber sie verkaufen sich oft schlechter.
Aktuell gehen minimalistische Schrift-Designs deutlich besser. Schnell lesbar, tragbar, kombinierbar. Heißt nicht, dass du nie kreativ sein darfst – aber überleg dir gut, ob’s wirklich ein Aquarell-Regenbogen auf einem Statement-Shirt sein muss.
7. SEO ignorieren – und hoffen, Etsy findet dich trotzdem
Etsy ist eine Suchmaschine.
Wenn deine Titel, Tags und Beschreibung nicht stimmen, wirst du einfach nicht gefunden.
→ Der Titel muss beinhalten, wonach der Käufer sucht.
→ Nutze die Titelwörter auch in der Beschreibung.
→ Denk wie ein Käufer – nicht wie ein Designer.
Was keiner sucht, wird nicht verkauft. Punkt.
8. Keine Videos hochladen
Videos machen Arbeit – bringen aber Sichtbarkeit. Etsy liebt Bewegung.
Zeig dein Produkt als Mockup-Video oder trag’s selbst (oder nutz eine Vorlage). Kunden bleiben länger auf deinem Listing – und Etsy pusht das im Ranking. Auch wenn’s nervt: Videos lohnen sich. Immer.
9. Keine Größentabelle? Riesenfehler.
Vor allem bei personalisierten Produkten: Keine Rückgabe = keine Ausrede.
Kunden wollen wissen, wie das Shirt sitzt – gerade wenn’s ein Geschenk ist. Wenn du keine Größentabelle angibst, wirst du Retouren, schlechte Bewertungen oder gar Streit haben. Nicht cool. Die paar Minuten Aufwand sparen dir später viel Stress.
10. Sich stressen, wenn keine Ideen kommen
Kreativblockade? Normal.
Was nicht hilft: sich reinsteigern.
Ideen kommen wieder. Versprochen. Beim Spazierengehen, beim Scrollen auf Insta, beim Einkaufen. Irgendwann siehst du überall Designs. Aber dafür musst du auch mal abschalten können. Sonst blockierst du dich nur selbst.

Fazit: Etsy ist kein Sprint – sondern ein clever geplanter Marathon
Wenn du diese Fehler vermeidest, sparst du dir Monate an Frust, vergeudete Zeit und unnötige Sperrungen. Es ist Arbeit – aber machbar. Und irgendwann läuft’s wirklich nebenbei. Nur halt nicht am ersten Tag.
